Henschel-Blog

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Bezahlbarer Wohnraum in Heilbronn weiterhin absolute Mangelware!

Bei der Stadtsiedlung sind immer noch 1700 Personen auf der Warteliste!

Beitrag von Sozialform Heilbronn:

Zum Thema Wohnen:

Hier arbeiten wir als Sozialforum derzeit in einem größeren Netzwerk (Netzwerk Wohnen in Heilbronn) mit. Aktuell versuchen wir die „Quote“ als Thema zu „bewerben“, da wir der Ansicht sind, dass günstiger Wohnraum nicht von allein entstehen wird. Im Anhang finden sich Bilder unseres neu gemalten Transparentes an der Nikolaikirche. Leider geht eher durch entsprechende Sanierungen und auslaufende Bindungen von gefördertem Wohnraum unterm Strich bezahlbarer und erschwinglicher Wohnraum verloren. Gleichzeitig gibt es mehr Studenten in der Stadt… da wird es für Geringverdienende und KleinstrenterInnen eng auf dem Markt.. und bei der Stadtsiedlung stehen 1700 auf der „Warteliste“…

Die nun kommenden Flüchtlinge machen die Situation sicher nicht einfacher…sind aber nicht Ursache sondern allenfalls nun Mitbetroffene und Leidtragende der Fehlentwicklung in den letzten 20 Jahren in diesem Bereich.

Wenn künftig (wie es bereits in vielen anderen Städten üblich ist) eine entsprechende für den gesamten Stadtbereich geltende Wohnbau-Quote dafür sorgen würde, dass bei Neubauvorhaben auch ein bestimmter Anteil (wir haben 33% vorgeschlagen) an günstigem Wohnraum erstellt würde, könnte das helfen.

Leider ist jedoch auch dann der Markt sicher noch nicht entspannt. Schwierig ist z.B. auch, dass die geförderten oder günstigen Wohnungen häufig von Menschen bewohnt sind, die sich (zwischenzeitlich) auch teureren Wohnraum leisten könnten. Damit ist also die reine Gegenüberstellung von Wohnungen und deren Mietpreisen zu den Durchschnittseinkommen nicht aussagekräftig. (Hier sind zudem weitere Unschärfen vorprogrammiert. So suchen die 38 Einkommensmillionäre in Heilbronn auf dem Wohnungsmarkt wohl kaum eine Mietwohnung, sie aber heben das gegenübergestellte Durchschnittseinkommen kräftig an…). Ob ein Geringverdienender tatsächlich bezahlbaren Wohnraum in der Stadt findet, hängt einfach vom aktuellen Angebot ab… und das kann jede(r) selbst mal im Wochenende in der Zeitung nachlesen. Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass Heilbronn wieder ein Wohnungsamt bekommt. Das ist deshalb notwendig, da auf diese Weise erst die Grundlage für das entsprechende Zahlenmaterial hergestellt werden kann. Gegenwärtig sind dazu wohl kaum belastbare Zahlen ermittelt. (Schade, dass beim Zensus dieser Bereich nicht im Focus stand…).

Zum Thema Wohnen wird der Heilbronner Gemeinderat Ende des Jahres noch sein „Handlungsprogramm Wohnen“ verabschieden. Und wir hoffen, dass dann die Quote für alle Wohnbauvorhaben in HN (also nicht nur für die Stadtsiedlung wie bislang angedacht) darin aufgenommen werden wird.

Silke Ortwein

Gewerkschaftssekretärin
DGB Bezirk Baden-Württemberg
Regionsgeschäftsstelle Heilbronn
Gartenstraße 64
74072 Heilbronn
Telefon:   07131 – 88880-10
Mobil:     0171 – 7662661
Fax:        07131 – 88880-19
www.nordwuerttemberg.dgb.de

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