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Infos + Daten + Fakten "Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren" Ayn Rand

Ein Kommentar

  1. Leider ist nicht erkennbar, was das Thema dieses Beitrags ist.
    Zwar wird auf einen Artikel in der Online-Ausgabe der Heilbronner Stimme verwiesen, aber der ist nur so genannten Premium Nutzern zugänglich (siehe unten).

    Die Wirkung dieses Beitrags ist damit sehr eingeschränkt.
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    Das ist die Höhe

    Heilbronn Die Bewohner des Heilbronner Dichterviertels demonstrieren gegen einen achtgeschossigen Neubau.

    Von unserer Redakteurin Franziska Feinäugle

    Das mit dem Wind war vielleicht ein Omen: Der wehte bei der Protestaktion am Samstagnachmittag so stark, dass die Luftballons an ihrer 25-Meter-Leine keine Chance hatten, senkrecht nach oben zu steigen und tatsächlich die geplante Höhe des umstrittenen Eckgebäudes an der Heilbronner Kleiststraße anzuzeigen.
    Hätten die Luftballons Recht – die Anwohner hätten nichts dagegen. Denn dass hier nachverdichtet werden soll, wie es heutzutage auf innerstädtischen Flächen üblich ist, das kritisiert kaum einer von ihnen. Aber die Art und Weise sehr wohl.
    Bürgerprotest aus dem Dichterviertel So sehen die Planer die Zukunft. Anwohner sprechen von “geschönten Fotos”.

    „Einen Turm brauchen wir nicht“, kommentiert Roland Schwab (72) das geplante achtgeschossige Hochhaus, dessen 25 Meter Höhe die Luftballons hätten anzeigen sollen, „ein Turm ist ein Denkmal für die Stadtsiedlung.“

    Verfall

    Und dass die nicht gerade ein Denkmal verdient hat, findet auch Sebastian Spolwig. Der 27-Jährige, der die Unterschriftenlisten der Protestbewegung betreut, wohnt in der Lessingstraße, genau gegenüber von den Stadtsiedlungsblocks, die für das Bauprojekt abgerissen werden sollen.
    „Die Stadtsiedlung hat die Häuser verfallen lassen“, ist sein Eindruck, „und zwar systematisch“: Wer 20 oder 25 Jahre lang nichts an einem Gebäude mache, wisse, dass man das dann „nur noch abreißen kann“.
    Bürgerprotest aus dem Dichterviertel

    Verschattung

    Das, was nach dem Abriss gebaut werden soll, ist nach bisheriger Planung (siehe Hintergrund) so mächtig, dass es Sebastian Spolwigs Wohnsituation und Lebensgefühl deutlich verändern wird. „Unser Balkon wird verschattet und von allen Seiten einsehbar“, skizziert er, und die Solaranlage, mit der seine Familie Strom erzeugt, läge dann ebenfalls im Schatten.

    Trotzdem hat er sich nicht nur aus persönlicher Betroffenheit dem Protest angeschlossen. Wie so viele seiner Nachbarn befürchtet er „noch größeres Parkchaos“, wenn eines Tages 75 statt bisher 54 Wohneinheiten dastehen sollen.

    Außerdem leuchtet ihm nicht ein, dass die Stadtsiedlung nun plötzlich Dinge dürfen soll, die gewöhnlichen Hauseigentümern untersagt werden. „Als wir vor zwei Jahren unsere Dachgauben rausgebaut haben und noch erweitern wollten“, berichtet er, „hat die Stadt nein gesagt“ – mit Verweis auf die Höhe der Häuser in der Umgebung.
    Die Höhe des umstrittenen Hochhauses wiederum wird seitens der Planer mit Begriffen wie „städtebauliche Akzentuierung“ und „Landmarke“ begründet. „Worthülsen“ sind das für Karl-Heinz Ohr (65), der unter einem Zeltdach eine Präsentation zum Thema zeigt und recherchiert hat, was Landmarke überhaupt heißen soll: „Das stammt aus der Schifffahrt. Wenn man sich verirrt auf dem Meer, sucht man am Horizont zur Orientierung einen Turm, eine Burg, eine Kirche.“

    Überhaupt „sollte man im Städtebau mit Begriffen wie Türme und Tore aufhören“, findet Mechthild Bauer-Babel. „Die sind aus dem Mittelalter.“ Da muss Carmen Gah unwillkürlich an den historischen Bollwerksturm denken und an den riesigen neuen Wohnkomplex dort: „Andere Türme werden zugebaut, bis man sie nicht mehr sieht.“

    Hintergrund: Neubauten

    Zwei Hochhäuser und vier neue, höhere Wohnblöcke will die Stadtsiedlung zwischen Nord-, Kleist-, Pestalozzi- und Lessingstraße bauen. Bei acht Gegenstimmen hat der Gemeinderat den Bebauungsplan auf den Weg gebracht und dem Entwurfskonzept zugestimmt. Ab 17. Februar liegt der Plan aus – vier Wochen lang. „So lange haben wir Zeit, uns zu wehren“, sagt Volkhard Sernau von der Protestbewegung. Vor allem die Höhe der Gebäude, fordern Quartiersbewohner, muss nach unten korrigiert werden. ff

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